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Stummfilmabend 2016 Grandma's Boy / What price goofy?


In unserem traditionellen Stummfilmabend zeigen wir zum Jahresbeginn 2016 ausnahmsweise nicht freitags, sondern am Samstag, den 23.01. um 20.00 Uhr zwei Filme mit den zu jener Zeit berühmten Komikern Charley Chase und Harold Lloyd. Auch in dem hier gezeigten abendfüllenden Film "Grandma's Boy" ("Großmutters Liebling", USA 1922) gibt er den netten jungen Mann von nebenan mit Kreissäge und Brille, der es trotz seiner Naivität und vieler Widrigkeiten stets schafft, zum guten Schluss doch noch seine
Angebetete zu erobern. Der Filmklub hat nun auch diesen Schatz wieder ausgegraben und inszeniert "Grandma's Boy" neben "What price goofy?" (USA 1926) mit Charley Chase.



Andreas Benz, Organist an der Kilianskirche Heilbronn, wird die Handlung am Flügel der Aula des Hölderlin-Gymnasiums wie schon in den Vorjahren live mit seiner faszinierenden Spontaneität untermalen, mit der er synchron zur Handlung dem Film seine dramatischen Akzente aufzusetzen versteht.



Charley Chase eigentlich Charles Joseph Parrott Jr. (* 20. Oktober 1893 in Baltimore, Maryland; + 20. Juni 1940 in Hollywood) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler, Regisseur, Drehbuchschreiber und Produzent, der hauptsächlich als Komödiant erfolgreich war.

Der Komiker Charley Chase drehte seinen ersten Kurzfilm 1914 und trat in seinen Anfangsjahren unter Regisseur Mack Sennett, den man in diesen Jahren den King of Comedy nannte, neben Charlie Chaplin auf. Nachdem er sich gleich zu Beginn seiner Laufbahn auch als Regisseur betätigte, engagierte ihn 1920 der berühmte Komödienproduzent Hal Roach für seine Kurzfilme als Regisseur und war verantwortlich für einige Teile der Serie Die kleinen Strolche. Als Darsteller arbeitete Chase in den 1920er Jahren bei Roach vor allem mit Leo McCarey zusammen. Auch in den 1930er Jahren war Chase mit seinen ersten Tonfilmkomödien erfolgreich. 1933 absolvierte er einen Gastauftritt als überdrehter Partygast in Hal Roachs Die Wüstensöhne mit Stan Laurel und Oliver Hardy. Charley Chase wurde in Deutschland in den 1970er Jahren durch die für das ZDF zusammengestellten Kurzfilme in der Reihe Väter der Klamotte bekannt.

Charley Chase starb 1940 im Alter von 46 Jahren an einem Herzinfarkt. Bis zu seinem Tod war Chase als Darsteller in rund 275 Filmen zu sehen und führte zudem in mehr als 150 Filmen Regie. Ihm zu Ehren gibt es einen Stern auf dem Walk of Fame. Sein Bruder war der Regisseur James Parrott.



Harold Clayton Lloyd (* 20. April 1893 in Burchard, Nebraska; + 8. März 1971 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Produzent, der auch an Gags und Regie seiner Filme Anteil hatte. Zwischen 1913 und 1947 spielte er in rund 200 Filmen, wobei er seinen künstlerischen und kommerziellen Höhepunkt in den 1920er Jahren erreichte.

Neben Charlie Chaplin und Buster Keaton gilt Lloyd als einer der drei großen Komiker des Stummfilms. Die Filmfigur, die ihn berühmt machte, war sein Glasses Character - ein junger Mann mit Brille, welcher nach Erfolg und Glück sucht. Markenzeichen seiner Filme waren ausgedehnte Verfolgungsjagdszenen und akrobatische Meisterstücke, speziell das Klettern an Wolkenkratzern in schwindelnder Höhe. Legendär wurde das Bild aus Ausgerechnet Wolkenkratzer!, auf dem er am Zeiger der Uhr eines Hochhauses hängt, die Straßen tief unter ihm. Lloyd, der viele seiner Stunts selbst ausführte, war auch Gründungsmitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. 1953 erhielt er den Ehrenoscar für sein Lebenswerk.

Harold Lloyd wurde als Sohn von James Darsie Lloyd (1864-1947) und Elizabeth Fraser Lloyd (1868-1941) im kleinen Dorf Burchard geboren. Er hatte einen Bruder, Gaylord Lloyd (1888-1943), der später in mehreren seiner Filme mitwirkte, vor allem als Harolds Doppelgänger in His Royal Slyness. 1921 war Gaylord sogar Hauptdarsteller einer Handvoll von Komödien-Einaktern.

Der junge Harold ging in Denver und San Diego zur Schule und erhielt zusätzlich Unterricht in der School of Dramatic Art, San Diego. Auf der Suche nach Arbeit zog seine Familie häufig um. Anfangs erledigte Lloyd oft Hilfsarbeiten für Wandertheatertruppen, um Geld zu verdienen. Im Alter von zwölf Jahren stand er das erste Mal als Little Abe in Tess von den d'Urbervilles selbst auf der Bühne.

Seine eigentliche Karriere begann Lloyd 1913 als Statist für die Edison-Filmgesellschaft und wenig später die Universal Studios, wo er Hal Roach kennenlernte. Dieser war 1914 Mitbegründer der auf kurze Komödien spezialisierten Firma Rolin, für die er Lloyd mit an Bord holte. Unter der Regie von Roach trat der angehende Komiker in einigen Kurzfilmen um den Charakter Willie Work (Wortspiel: "Will he work?") auf, die keine Erfolge waren und von denen nur einer, Just Nuts, als erhalten gilt. Wegen Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Bezahlung wechselte Lloyd bald zu Mack Sennetts Keystone, während Roach, der keinen adäquaten Ersatz für Lloyd finden konnte, sich eine Zeitlang als Regisseur für die Essanay verdingte.

Mit dem Luke-Kurzfilm Giving Them Fits waren Ende 1915 Bebe Daniels und Snub Pollard zu Lloyd gestoßen, die bis zum Ende der Dekade die wichtigsten Partner des Komikers bleiben sollten. Daniels war in den Filmen das Mädchen, das es zu erobern galt, Pollard normalerweise der Gegenspieler.

Nach etlichen Kurzfilmen wurde Luke Ende 1917 aufgegeben und Lloyd entwickelte stattdessen die Leinwandfigur, mit der er berühmt wurde: Er ließ das Make-Up weg und legte sich eine kreisrunde Hornbrille, einen Strohhut und den konventionellen Anzug eines jungen Angestellten zu (als Kopfbedeckung konnte alternativ auch eine Schiebermütze oder seltener ein Zylinderhut dienen).

Ende 1919, seit Bumping Into Broadway, hatte sich die Länge von Lloyds Filmen auf zwei Rollen verdoppelt (ca. 20-25 Minuten), was mit einer erkennbaren Qualitätssteigerung und Lloyds endgültigem Durchbruch als Komiker von Rang einherging. Der ursprünglich als Zweiakter geplante Film A Sailor-Made Man (1921) schließlich wuchs während der Dreharbeiten zu einer Dauer von ca. 45 Minuten an und wird oft als sein erster Langfilm gewertet. Lloyd selbst gestand diese Bezeichnung erst seinem nächsten Werk zu, Grandma's Boy (1922). Dieser Film verhalf dem Rollentypus zum Durchbruch, mit dem Lloyd heute identifiziert wird (obwohl er nicht darauf festgelegt war): ein von seinen Mitbürgern unterschätzter Durchschnittsmann, der manche Demütigung ertragen muss, bevor er es mit Gewitztheit, körperlicher Agilität und unerschütterlichem Aufstiegswillen allen zeigt.

Mit Safety Last kam 1923 Lloyds wohl bekanntester Film in die Kinos, der seine typische Hochhaus-Kletterei, die hier zugleich den Aufstieg der Filmfigur symbolisiert, perfekt in die Handlung integriert. Auch die berühmte Szene, in der der Komiker am Zeiger einer Uhr hängt, stammt aus diesem Film. Als weiteres Hauptwerk gilt The Freshman (1925, später Hauptbestandteil des Kompilationsfilms Harold Lloyd's Funny Side of Life), in dem Lloyd einen verlachten Studenten spielt, der schließlich zum Rugby-Star des College-Teams avanciert. Beim breiten Publikum zu Unrecht weniger bekannt ist The Kid Brother (1927) mit Lloyd als vermeintlichem Weichling im Wilden Westen, der von vielen Kritikern und Fans als das eigentliche Meisterwerk des Komikers angesehen wird. Erwähnenswert ist zudem die Verfolgungsjagd aus der Liebeskomödie Girl Shy (1924), die zu den spektakulärsten der Filmgeschichte gehört. Insgesamt entstanden zehn (oder elf, je nach Sichtweise) stumme Langfilme, die Harold Lloyds heutigen Ruhm als einer der "Großen Drei" der Stummfilmkomödie begründeten.

Als Lloyds Markenzeichen, das ihn auch von anderen Komikern abhob, galt das Klettern auf Wolkenkratzern, das er zwischen 1919 und 1947 in insgesamt sechs Filmen praktizierte. Obwohl der berühmteste davon, Safety Last!, eigentlich eine Komödie war, beschäftigten einige Kinobesitzer bei der Vorstellung Krankenschwestern, die sich bei den Kletterszenen im Notfall um geschockte Patienten kümmern sollten. Für diese Filme, die Lloyd zwar nicht begründete (siehe z.B. den Kurzfilm Dunces and Dangers von Larry Semon), aber zur Perfektion führte, wurde der Begriff Thrill Comedy geschaffen.



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